Im Land der Guanchen

Unterwirf Dich ruhig ab und an den Mühen des Erlebens ! Wenn man auf Reisen ist, dann kann man was erleben. Man muss es allerdings auch wollen. Es sich sicher nicht jedermanns Geschmack, auf einer vulkanischen Atlantikinsel auf den Spuren der Einheimischen zu wandern statt am Strand zu liegen und herrlich frische Cocktails zu schlürfen. Ich konnte mich dieses Jahr dazu aufraffen und auf diese Weise Brücken bauen zwischen dem Leben der Ureinwohner von Gran Canaria - den Guanchen - und dem Leben der Insulaner heute - den Canarios - und dem Leben derer, die nur kurz auf der Insel weilen, um dann wieder dem heimischen Herd zuzustreben - den Touristen.

Hauptsache ein Berg

Unterwirf Dich ruhig ab und an den Mühen des Erlebens ! Die Guanchen hatten noch keine Häuser! Sie hatten nur Berge und die hatten Höhlen. Also bewohnten sie einfach diese Höhlen und einige wenige Canarios tun das heute noch. Natürlich kennen die Canarios inzwischen Häuser, die sie auf die Berge drauf gebaut haben. Da die Berge jedoch im Landesinnern sind und die Touristen den Strand so sehr lieben wie die Bequemlichkeit, wurden für die Touristen am Stand eigene Berge errichtet.

gar nicht so schlimm

Eine Höhle der Guanchen schaut zunächst nicht besonders toll aus oder? Daher haben sich die Guanchen und später die Canarios daran gemacht, die Höhlen wohnlicher zu gestalten. Wenn man heute eine dieser Wohnhöhlen betritt, vermisst man eigentlich recht wenig, von Fenstern einmal abgesehen.

Trotzdem Vorsicht!

Der moderne Mensch baut heute über der Erde und wohnt dadurch schon etwas weniger anstrengend. Man denke bloß an die dauernde Kletterei auf den Berg rauf, wieder runter, wieder rauf ...

Hier sehen wir eins der herrlichen Häuser, in denen die Canarios heute wohnen. Und dann sehen wir ein Haus eines Touristen, der es geschafft hat, neben einem sonst üblichen Touristenberg unter zu kommen. Drinnen sieht es ähnlich aus wie in den heutigen Wohnhöhlen auf der Insel. Das mag daran liegen, dass in allen Fällen die Canarios den Innenausbau und die Innenarchitektur bestimmt haben.

Nach längerem Gebrauch ist schon einmal eine Renovierung nötig. Es ist von Vorteil, zu dieser Zeit nicht gerade dort Quartier zu nehmen!

Ich geb Dir ein Zeichen.

Auch auf Gran Canaria war und ist es üblich, Gedanken und Gefühle in Zeichen auszudrücken. Der unbedarfte Betrachter hat dann meistens sehr viel Spielraum bei der Interpretation dieser Zeichen.

Was wollte uns der Guanche mit den Zeichen mitteilen? Hier wohnen vier? Und was hatte der Jetztmensch (es ist offen, ob Canario oder Tourist) im Sinn, als er die Zeichen an die Wand malte? Gelbes Wasser schwappt über das blaue Tal?

unterwegs

Die Bewohner von Gran Canaria (alle Gruppen: Guanchen, Canarios und Touristen) waren und sind bestrebt, sich die Fortbewegung zu erleichtern.

Die Guanchen haben lange Stöcke genutzt, um den Berg schneller verlassen zu können. Dazu wurde der Stock am oberen Ende gepackt, einige Meter tiefer auf einen Stein aufgesetzt und hui - dorthin am Stock runter gerutscht. Leider konnte ich kein Bild eines solchen Stockes machen. Man kann ihn sich aber leicht vorstellen.

Die Ur-Canarios haben dann freundlich drein schauende Tiere zum Reiten eingesetzt. Kamele erhielten aber nicht nur wegen ihrer freundlichen Ausstrahlung den Vorzug gegenüber anderen Tieren, sondern auch, weil sie so lustig schaukeln wie die Schiffe der Canarios auf den Wellen des Atlantiks.

Auch die modernen Autos für die Urlauber weisen zum Teil deutliche Bezüge zum Atlantik auf. Mit diesem an einen Hai angelehnten Modell verarbeiten die Insulaner zugleich einen Teil ihrer Urängste. Das nennt man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

nur für Hartgesottene

Eine weitere schöne Tradition auf Gran Canaria ist neben dem Bergwohnen, den Wandmalereien und den wasserbezogenen Fortbewegungsmitteln die Mumifizierung.

Die Guanchen haben zumindest die höher gestellten Persönlichkeiten via Mumifizierung der Nachwelt erhalten (guckst Du links). Heute ist ja quasi jeder irgendwie höher gestellt, so dass das Verfahren auf Massenbetrieb umgestellt werden musste. Einen der ersten und wesentlichen Schritte der Mumifizierung bildet die Austrocknung. Dazu unterbreiten die Strandbetreiber vor allem den Touristen zahlreiche und zum Teil hautschonende weil beschirmte meist nicht eben gerade billige Angebote (guckst Du rechts). Ich kann an dieser Stelle nur davor warnen, dieses Angebot anzunehmen! Denn meistens ist der Urlaub gerade rum, wenn die Austrocknung so richtig einsetzt und auch die Einweisung in die Technik des Austrocknens ist völlig unzureichend. So weist kaum ein Strandbetreiber darauf hin, dass das Trinken von Bier, Cocktails oder gar Wasser dem Austrocknen absolut abträglich ist. Der Prozess wird so künstlich bis zur Abreise in die Länge gezogen ohne dass sich der gewünschte Effekt einstellt. Im folgenden Jahr beginnt der geneppte Urlauber dann wieder von vorn - notgedrungen.

zur Entspannung

Um unser Inselabenteuer positiv ausklingen zu lassen, folgen nun noch einige Impressionen.